Simon bar Giora’s Hinrichtung in Rom und der Passionsweg nach Markus
Simon bar Giora und Johannes von Gischala waren die beiden Anführer bei der Verteidigung Jerusalems vor der Vernichtung des jüdischen Volkes, Jerusalems und des Tempels 71 n.Chr. Simon bar Giora wurde nach festem römischen Brauch im Triumphzug in Rom als ausländischer König hingerichtet. Zwei Bibelwissenschaftler fanden Parallelen zwischen dem Passionsweg und dem römischen Triumphzug (siehe Tabelle). Der Vergleich führt zu der Frage: Wieso symbolisiert Markus die Kreuzigung mit Symbolen der Hinrichtung im römischen Triumphzug? Wieso las noch Niemand Josephus Flavius‘ Buch über den römisch-jüdischen Krieg, als Gegenpropaganda zu den Evangelien aus der Feder der mit Rom verbündeten Hasmonäer-Priesterkaste? Dieser Artikel ist der erste aus einer Serie, die vorhat, das zu ändern, denn Hinweise darauf das Simon bar Goria, Simon Petrus war, und Johannes von Gischala der Apostel Johannes, gibt es zu Genüge in erschlagender Qualität.
Passionsweg und Triumphzug im Vergleich
Die folgende Gegenüberstellung von Elementen der römischen Triumphprozession (Triumphus) und dem Passionsbericht nach Markus (Kapitel 15) basiert auf Arbeiten zweier sogenannter Bibelwissenschaftler.
Der Pionier: Der US-amerikanische Neutestamentler Thomas E. Schmidt (promoviert in Cambridge) publizierte die rituellen und sprachlichen Parallelen erstmals 1995 in seinem wegweisenden Fachaufsatz „Mark 15.16–32: The Crucifixion Narrative and the Roman Triumphal Procession“ (erschienen im renommierten Journal New Testament Studies).
Die Tiefenanalyse: Der Schweizer Theologe Markus Lau, heute Professor für Exegese des Neuen Testaments an der Universität Freiburg (Schweiz), arbeitete diesen Vergleich in seiner akademischen Qualifikationsschrift (eingereicht als Doktorarbeit) akribisch aus. Seine fast 700-seitige Untersuchung erschien 2019 unter dem Titel „Der gekreuzigte Triumphator“ im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht.
Beide Religionswissenschaftler weisen unabhängig voneinander nach, dass das Markusevangelium die kaiserliche Triumph-Choreografie sprachlich und strukturell exakt imitiert, um das Geschehen am Kreuz als subversiven, literarischen „Anti-Triumphzug“ gegen die römische Besatzungsmacht zu codieren.
Der okkulte Hinweis aus der Vergangenheit vom Autor des Markus Evg.
Diese literarische Schablone deutet auf eine andere historische, bisher unausgesprochene und verborgene Realität hin: Der Passionsweg codiert das reale Martyrium und die Nachfolge von Simon bar Giora, der wie Jesus den physischen Tod erlitt – und liefert ein wichtiges Puzzleteil für den Nachweis, dass er und Johannes von Gischala die beiden biblischen Apostel waren.
Das Buch „Der Jüdische Krieg“ von Josephus Flavius ist zwar die Gegenpropaganda der Zerstörer des Volkes, Jerusalems und des Tempels, aber auch ein Beweis für die Existenz von Jesus Christus und seinen von Gott erleuchteten „Brüdern“. Es ging um eine Erleuchtung des Volkes, und die Gottwerdung der Menschheit, durch „das Wort Gottes“, oder „die Schlüssel der Erkenntnis“.
| Der römische Triumphzug (Triumphus) | Der Passionsweg bei Markus (Kapitel 15) |
|---|---|
| 1. Die Prätorianer-Versammlung: Der Triumphator sammelt die gesamte römische Garde um sich (Reveille), um die Zeremonie zu beginnen. | „Die Soldaten führten ihn ab in den Hof… und riefen die ganze Kohorte zusammen.“ (Mk 15,16). |
| 2. Das kaiserliche Gewand: Der Feldherr wird mit der Toga Picta (einem kaiserlichen Purpurmantel) bekleidet und erhält die Corona Triumphalis (den Lorbeerkranz). | „Sie legten ihm einen Purpurmantel an und flochten einen Dornenkranz; den setzten sie ihm auf.“ (Mk 15,17). |
| 3. Die Akklamation: Die Soldaten und das Volk jubeln dem Herrscher mit dem Ruf „Heil, Kaiser!“ zu. | „Sie grüßten ihn: Heil dir, König der Juden!“ (Mk 15,18). Sie ahmen die kaiserliche Huldigung rituell nach. |
| 4. Die Prozession auf der Sacra Via: Der Triumphator zieht durch die Straßen Roms hinauf zum Heiligtum. | „Sie führten ihn hinaus, um ihn zu kreuzigen.“ (Mk 15,20). Die Via Dolorosa ersetzt die römische Sacra Via. |
| 5. Der Opferträger: Dem Festwagen des Triumphators schreitet ein Beamter voraus, der die rituellen Insignien oder die Axt trägt. | Ein Passant, Simon von Zyrene, wird gezwungen, das Holz (das Kreuz) zur Opferstätte zu tragen (Mk 15,21). |
| 6. Der Hügel des Opfers: Das Ziel des Zuges ist der Kapitolinische Hügel (Capitolium, abgeleitet von Caput = Kopf/Schädel), der Haupttempel Roms. | „Und sie brachten ihn an den Ort Golgotha, das heißt übersetzt: Schädelstätte.“ (Mk 15,22). |
| 7. Das Ausschütten des Weins: Am Fuß des Kapitols wird dem Triumphator ein Becher kostbarer, gewürzter Wein gereicht. Er trinkt ihn nicht, sondern gießt ihn als Trankopfer für Jupiter auf den Boden. | „Sie gaben ihm mit Myrrhe gewürzten Wein; er aber nahm ihn nicht.“ (Mk 15,23). Das exakte rituelle Verweigern des kaiserlichen Trankopfers. |
| 8. Die Flankierung: Der Triumphator wird auf seinem Wagen traditionell von seinen beiden Söhnen oder höchsten Generälen zur Linken und Rechten flankiert. | „Und mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken.“ (Mk 15,27). |
| 9. Das Todeszeichen: Die Opferung der Stiere und die Hinrichtung des feindlichen Königs im Kerker beginnt; zeitgleich erscheint eine göttliche Epiphanie (Finsternis/Omen). | In der neunten Stunde stirbt Jesus, der Vorhang des Tempels zerreißt, und es herrscht Finsternis (Mk 15,33–38). |
| 10. Das Bekenntnis zum Gottessohn: Nach vollbrachtem Opfer proklamieren die Priester die göttliche Bestätigung des Herrschers. | Der römische Hauptmann (Centurio), der die Hinrichtung überwacht, sagt: „Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!“ (Mk 15,39). |


